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Geld und Finanzen beim Auswandern

Türkische Geldautomaten

Ein deutsches Konto nach dem Auswandern behalten

Vor einer Auswanderung ist es sinnvoll zu prüfen, ob ein bestehendes deutsches Girokonto weitergeführt werden kann. Nach der Ausreise können noch Rechnungen, Erstattungen, Versicherungsbeiträge, Steuerzahlungen oder Rentenangelegenheiten in Deutschland anfallen. Ein deutsches Konto kann dafür praktisch sein.

Nicht jede Bank führt ein Konto dauerhaft weiter, wenn der Wohnsitz ins Ausland verlegt wird. Manche Banken verlangen eine deutsche Adresse, andere akzeptieren eine Auslandsanschrift. Deshalb sollten die Bedingungen der eigenen Bank vor der Abmeldung geprüft werden.

Ein Konto in Euro kann außerdem nützlich sein, wenn im neuen Aufenthaltsland eine andere Währung verwendet wird. Trotzdem sollte nicht das gesamte Geld nur auf einem Konto liegen. Sinnvoll ist meist eine Kombination aus deutschem Konto, Zahlungsmittel für das Ausland und später einem Konto im neuen Wohnland.

Nicht mit zu viel Bargeld ausreisen

Eine Ausreise mit großen Bargeldbeträgen ist meist unpraktisch und riskant. Bargeld kann verloren gehen oder gestohlen werden. Außerdem gelten bei Reisen über Grenzen hinweg Melde- und Nachweispflichten für größere Bargeldbeträge.

Für die ersten Tage im neuen Land ist ein kleiner Bargeldbetrag sinnvoll. Größere Beträge sollten möglichst über Banküberweisung, Karte oder andere nachvollziehbare Zahlungswege verfügbar gemacht werden.

Beim Geldabheben im Ausland sollte auf Gebühren und Wechselkurse geachtet werden. Besonders teuer kann die sogenannte Sofortumrechnung in Euro sein. Am Geldautomaten oder Kartenterminal ist es meistens günstiger, in der Landeswährung abzurechnen und nicht die direkte Umrechnung in Euro zu wählen.

Girocard, Debitkarte und Kreditkarte prüfen

Viele deutsche Bankkarten funktionieren im Ausland nur dann zuverlässig, wenn sie zusätzlich ein internationales Zahlungssystem wie Visa Debit, Debit Mastercard, Mastercard oder Visa unterstützen. Die frühere Maestro-Funktion wird seit Juli 2023 für neue Karten nicht mehr ausgegeben. Bereits vorhandene Karten mit Maestro-Funktion können noch bis zum Ablaufdatum funktionieren.

Vor dem Umzug sollte deshalb geprüft werden, welche Karten im Zielland akzeptiert werden, welche Gebühren für Bargeldabhebungen und Kartenzahlungen entstehen und ob eine Ersatzkarte an eine Auslandsadresse geschickt werden kann.

Für Auswanderer ist es sinnvoll, mindestens zwei voneinander unabhängige Zahlungsmittel zu haben, zum Beispiel eine Giro- oder Debitkarte und zusätzlich eine Kreditkarte. So bleibt man zahlungsfähig, falls eine Karte gesperrt, verloren oder an bestimmten Automaten nicht akzeptiert wird.

Kontokonditionen vor der Abmeldung prüfen

Vor der Abmeldung in Deutschland sollten Kontoführungsgebühren, Kartenentgelte, Auslandseinsatzentgelte, Bargeldgebühren, Überweisungskosten und Erreichbarkeit des Kundendienstes geprüft werden. Wichtig ist auch, ob Online-Banking, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Kartenversand im Ausland zuverlässig funktionieren.

Ein Wechsel der Bank ist vor der Ausreise oft einfacher als nach der Abmeldung. Nach dem Umzug ins Ausland kann die Kontoeröffnung bei manchen deutschen Banken schwieriger sein.

Vor der Ausreise eine passende Karte für das Ausland wählen

Eine Kreditkarte oder Debitkarte mit internationaler Akzeptanz kann im Ausland sehr wichtig sein. Sie wird häufig für Hotelbuchungen, Mietwagen, Online-Zahlungen, Flugbuchungen und Bargeldabhebungen benötigt.

Vor der Entscheidung für eine Karte sollten die aktuellen Konditionen geprüft werden. Wichtig sind Jahresgebühr, Auslandseinsatzentgelt, Fremdwährungsgebühr, Gebühren für Bargeldabhebungen, Sollzinsen, Rückzahlungsart, Tageslimit und mögliche Gebühren des Geldautomatenbetreibers.

Bei echten Kreditkarten ist besondere Vorsicht geboten, wenn nur eine Teilzahlung voreingestellt ist. Dann können hohe Zinsen entstehen. Wer keine Kreditkosten möchte, sollte prüfen, ob eine vollständige monatliche Abbuchung möglich ist.

Gebühren beim Bezahlen und Geldabheben beachten

Viele Karten werben mit kostenloser Nutzung im Ausland. Trotzdem können Kosten entstehen. Möglich sind zum Beispiel Auslandseinsatzentgelte, Fremdwährungsgebühren, Gebühren für Bargeldabhebungen, Automatenentgelte im Ausland oder ungünstige Wechselkurse.

Beim Geldabheben sollte immer geprüft werden, ob der Geldautomat eine eigene Gebühr verlangt. Diese Gebühr kommt nicht von der eigenen Bank, sondern vom Betreiber des Automaten. Außerdem sollte eine angebotene Sofortumrechnung in Euro meist abgelehnt werden, weil der Wechselkurs oft schlechter ist.

Vor der Ausreise empfiehlt sich ein Blick in das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis der eigenen Bank oder Kartenanbieter. Entscheidend sind nicht Werbeaussagen, sondern die tatsächlich gültigen Konditionen.

Rücklagen sicher und verfügbar halten

Girokonten und Kartenkonten sind meist nicht für größere Rücklagen gedacht. Wer Geld als Reserve behalten möchte, kann ein Tagesgeldkonto oder ein anderes sicheres Konto mit täglicher Verfügbarkeit prüfen.

Die Zinssätze ändern sich regelmäßig. Deshalb sollte nicht mit festen Prozentwerten geplant werden. Wichtiger sind Sicherheit, Verfügbarkeit, Einlagensicherung, Währung und die Frage, ob das Konto auch mit Wohnsitz im Ausland weitergeführt werden kann.

Ein Konto im neuen Wohnland eröffnen

Nach dem Umzug ist oft ein Konto im neuen Wohnland sinnvoll oder notwendig. Miete, Gehalt, Versicherungen, Steuern, Telefon, Strom und alltägliche Zahlungen laufen häufig einfacher über ein lokales Konto.

Je nach Land können für die Kontoeröffnung unterschiedliche Unterlagen verlangt werden, zum Beispiel Pass, Aufenthaltstitel, Steuernummer, Meldeadresse, Arbeitsvertrag oder Nachweise über die Herkunft des Geldes. Deshalb sollte frühzeitig geprüft werden, welche Anforderungen im Zielland gelten.

Auch organisatorische Schritte wie die Abmeldung in Deutschland oder Fragen zur Krankenversicherung sollten frühzeitig geklärt werden.

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